Samstag, 11. Januar 2014

Drei Wünsche hast du frei [Rezension]




Autor: Jackson Pierce
Genre: Fantasy, Liebe
Preis: 12.95
Verlag: PAN
Seiten: 299



Handlung

Viola hat alles auf einen Schlag verloren. Als ihr Freund Lawrence ihr mitteilt, dass er schwul ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie ist allein, sie ist unsichtbar. Sie fühlt sich so unvollständig wie nie. Doch dann taucht plötzlich Dschinn auf, ein Wünscheerfüller, ein potenzieller Retter? Drei Wünsche hat Viola frei, die Dschinn ihr erfüllen kann. Danach muss er aus der Menschenwelt verschwinden und sie wird ihn für immer vergessen. Doch schon bald merkt Viola, dass es gar nicht so schlecht ist, einen unsichtbaren Gefährten zu haben, zudem einer, der Wünsche erfüllt. Und auch Dschinn fühlt sich entgegen seiner Erwartungen immer wohler in der Menschenwelt, vor allem an Viola´s Seite. Das Verlangen, in sein Land zurückzukehren, lässt nach. Das Verlangen, Zeit mit Viola zu verbringen nimmt zu. Bis ein alter Bekannter aus seiner Heimat auftaucht und ihn zwingt, seinen Auftrag zu erledigen. Kann Viola dem letzten, verhängnisvollen Wunsch ausweichen und ein Leben mit Dschinn führen? Oder wird das Schicksal seinen Lauf nehmen und sie ihn ein für alle Mal vergessen? 

Meine Eindrücke

Ich hatte mich ja wirklich sehr auf dieses Buch gefreut. Es lag schon ganz lange auf meinem SuB herum und bis ich es dann wirklich lesen konnte / wollte, ist einiges an Zeit vergangen. Meine Erwartungen waren zwar nicht unsagbar hoch, aber der Klappentext hatte mich schon ziemlich neugierig gemacht- die Idee klang in meinen Ohren klasse! Um in die Geschichte reinzukommen erfordert es nicht besonders viel Konzentration. Da der Schreibstil von Jackson Pearce sehr flüssig, unkompliziert aber trotzdem unterhaltsam und spannend ist, hatte ich keinerlei Mühe, den Einstieg zu schaffen. Von dort aus ging es dann lückenlos weiter: Viola erzählt aus ihrer Sicht heraus von ihrer momentanen Situation und der Leser kann sich recht gut in sie hinein- versetzen. Die Welt ist nicht mehr das, was sie für Viola war, nachdem Lawrence ihr einen Korb gegeben hat. Sie ist zurück in die Friend Zone gestuft worden, nachdem sie von Lawrence erfahren hat, auf welchem Ufer er wirklich steht. Für sie ist das erschütternd und anfangs noch unerträglich. Und auch, wenn sie sich nach und nach damit abfindet, hat sie es dennoch schwer, ihren gewohnten Platz in der Schulhierarchie und der Gesellschaft einzunehmen, was sie auch eigentlich gar nicht mehr will. Sie möchte unsichtbar, non existent sein und sobald man die ersten Seiten liest, kann man dies ganz gut nachvollziehen. Der Mensch, der ihr am meisten Herzklopfen bereitet, den sie abgöttisch liebt, ist nicht länger der, für den sie ihn hielt. Die innere Zerrissenheit in Violas Seele wird sehr gut beschrieben. Weder ist man von übermäßigem Selbstmitleid genervt, noch sind ihre Gefühle zu oberflächlich dargestellt. Man findet sich in einem recht angenehm lesbaren Mittelweg wieder. Die erste Begegnung mit Dschinn oder dem Dschinn bringt gleich eine Portion Spannung in die Geschichte. Natürlich stellt man sich die Frage, ob Viola vielleicht verrückt geworden ist. Dann folgen weitere Handlungsverläufe und die Geschichte wird allmählich aufgeklärt: Weil Viola unbewusst den sehnsüchtigen Wunsch entwickelt, sich ganz zu fühlen, wird Dschinn, ein Wünscherfüller aus einer fremden Dimension zu ihr geschickt, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Zu meiner Befriedigung hat sie sich nicht allzu lange geziemt und ist in Ohnmacht gefallen oder Ähnliches, als ihr eine Erklärung geliefert wurde. Sie hat auch nicht die Gelegenheit ergriffen und gleich mal sinnlos drauf losgewünscht. Ihr war von Anfang an bewusst, dass eine tolle Figur oder Ähnliches keine anhaltende problemlösende Option wäre.
Viola war mir alles in allem auch recht sympathisch. Sie zeichnet sich von den anderen Charakteren ab, wird als sehr einzigartig und klug dargestellt, allerdings in keinerlei überspitzter Weise. Ihre Gefühle und Emotionen sind nicht so kompliziert ausgedrückt, wie man es aus manchen Geschichten kennt. 
Auch Dschinn mochte ich sehr; die Veränderung, die im Laufe des Buches in ihm vorgeht, ist sehr bemerkenswert. Anfangs ist er ein ziemlich gefühlskalter, desinteressierter Diener, dem nichts näher am Herzen liegt, als sobald wie möglich wieder in die Heimat zurückzukehren. Doch nach und nach regen sich Gefühle und Empfindungen, die ihm völlig fremd sind. Seine Beziehung zu Viola wird immer intensiver und sein Aufenthalt in der Menschenwelt nicht länger eine Tortur. Dass Lawrence, Violas Exfreund, eine relativ aktive Rolle gespielt hat, habe ich nicht als störend empfunden; im Gegenteil: die Tatsache, dass er trotz ihrer beendeten Beziehung noch immer eine Freundschaft zu Viola pflegt, lässt ihn sehr sympathisch wirken. 
Ich würde fast sagen, dass die Charaktere der Geschichte einiges an fehlender Spannung wieder wettgemacht haben. Die Idee der Autorin hatte zwar großes Potenzial, hat mich dann aber im Nachhinein doch etwas enttäuscht. Es war einfach nicht übermäßig mitreißend geschrieben, und trotzdem nicht so langweilig, dass man das Buch nach einigen Seiten am liebsten wieder ins Regal gestellt hätte. Der Handlungsverlauf ist sehr gut mitzuverfolgen, aber keineswegs besonders nervenaufreibend. Tolle Charaktere, schöne Storyidee, eher durchschnittliche Handlung. 


Fazit

Auch, wenn das Buch mich jetzt nicht vom Hocker gehauen hat, würde ich es dennoch weiterempfehlen! Dadurch, dass es nicht sehr viele Seiten hat, kann man es ganz gut zwischendurch lesen, vielleicht mal im Urlaub, am Strand, in der Hängematte oder einfach, wenn es einem gerade nach einer schlankeren Lektüre verlangt!
Kein Must-Have, aber auch kein Fehler ;)


Alles Liebe
JojooFairy

1 Kommentar:

  1. Der Klappentext klingt total gut, aber für mich auch direkt nicht nach einem unglaublich spannendem Buch. Lesen werde ich es hoffentlich auch mal, denn ich würde gerne selbst lesen, wie die Autorin diese Handlung umgesetzt hat, weil ich von der Idee mit einem Dschinn in Büchern bisher kaum gehört hab ;)
    Schöne Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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