Sonntag, 31. Mai 2015

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit [Rezension]



 
Handlung: 
Chicago befindet sich im Kriegszustand. Die meisten Fraktionen sind zersplittert, keiner weiß, wem er vertrauen kann. Tris, Four und einige wenige andere befinden sich auf der Flucht. Sie versuchen ihr Glück bei den Amite, und anschließend bei den Fraktionslosen, wo sie auf Fours Mutter treffen, die eine Armee um sich schart. Gemeinsam mit einigen Splitterfraktionen und den immer weiter wachsenden Fraktionslosen werden Pläne geschmiedet, um die tyrannischen Ken und ihre Herrschaft zu bekämpfen. Doch Tris wird schnell klar, dass sie die Informationen, die es zu zerstören gilt, vor ihrer eigenen Fraktion retten muss, um ihre Liebsten zu schützen. Auch, wenn es bedeutet, sich gegen ihre große Liebe, Tobias Eaton, zu stellen.


Meine Eindrücke: 

Endlich, endlich, endlich ist es mir gelungen, den zweiten Band der Bestimmung-Serie zu beenden. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch im Regal stehen habt, und es förmlich danach schreit, gelesen zu werden, ihr aber aus zeitlichen oder anderen Gründen einfach nicht dazukommt? Es ist ein schreckliches Gefühl. Nun habe ich aber alle Barrikaden überwunden und das Buch innerhalb des gestrigen Abends (und der darauffolgenden Nacht) und des heutigen Tages zu beenden.
Es hat sich vollends gelohnt! Nun kann ich mir auch endlich den Film bestellen, und Theo James wieder in seiner vollen Pracht (!!) bewundern ... nun, soviel dazu.

Die ersten Seiten habe ich als nicht allzu fesselnd empfunden. Dafür, dass Tris und Four/Tobias sich auf der Flucht befinden, passierte meiner Meinung nach noch zu wenig. Erst ab der erneuten Flucht (diesmal zu den Fraktionslosen), schienen die Dinge etwas ins Rollen zu kommen. Und von dort an konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Die Spannung wurde von Kapitel zu Kapitel weiter aufgebaut, und auch, wenn sie manchmal etwas auf der Strecke blieb, so kehrte sie doch immer wieder von neuem zurück.

Der ständige Wechsel zwischen den verschiedenen Überbleibsel und Splittergruppen der Fraktionen hat mich anfangs etwas irritiert und schien mir auch nicht immer so ganz begründet. Dennoch hat er ein sehr bedeutsames Netz für den weiteren Verlauf der Geschichte erschaffen, ein Netz, das dem Leser geholfen hat, verschiedene Ansätze und Twists miteinander zu verknüpfen, wie zum Beispiel die Fraktion der Ferox, die sich in eine sogenannte "Abtrünnige" (die Verräter, die zu den Ken übergelaufen sind) Partei, als auch in eine sich mit den verschiedenen anderen Fraktionen verbündete Partei aufgeteilt hat- klingt ziemlich komplex, wird einem aber im Handlungsverlauf sehr anschaulich dargestellt.
Dennoch schienen manche Ansätze irgendwann keine große Rolle mehr zu spielen und von der großen Masse der Haupthandlung überrollt zu werden. Wie gesagt: Nicht alles, was innerhalb der knapp 500 Seiten geschieht, war mir schlüssig, dennoch ist alles so miteinander verbunden, dass die Geschichte wirklich sehr spannend und durchdacht wirkt.
Ingesamt also eine sehr gelungene Anknüpfung zum ersten Band, wo der "Höhepunkt" sich erst gegen Ende hin ereignet, dessen Fäden dann aber weiter im zweiten Teil gezogen werden. Was also im ersten Teil das Ende beschreibt, stellt erst die Basis für den Anfang und den weiteren Verlauf des zweiten Bandes dar. Im Gegensatz zum ersten Band überschlagen sich die Ereignisse in "Tödliche Wahrheit" richtiggehend, was auch hin und wieder für Verwirrung vonseiten des Lesers sorgt. Diese Verwirrung weckt dann aber umso stärker die Neugier, die einen mit einer derartigen Begeisterung weiterlesen lässt.

Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren hat eine sehr interessante Entwicklung angenommen. Da wären zum einen Tris und Four bzw. Tobias, die gegen Ende des ersten Bandes endlich vereint sind und sich ihre Liebe zueinander gestehen. Manch einer würde jetzt vielleicht ein romantisches Ausleben einer harmonischen Beziehung erwarten, aber Pustekuchen. Die beiden gehen sich derartig oft an den Kragen, dass es schon fast wieder zum Lachen ist (und nicht im negativen Sinne!). Meinungsverschiedenheiten und zwei fast schon berstende Dickköpfe ergeben auf Dauer eine brisante Mischung zweier Liebender, die es kaum eine Stunde miteinander aushalten, ohne sich gegenseitig die Augen auszukratzen. Okay, das war jetzt vielleicht ein wenig übertrieben dargestellt, aber langweilig wird es mit den beiden auf jeden Fall nicht. Und dennoch ist da immer noch ein derart loderndes Feuer zwischen Tris und Tobias, dass man sich eine Trennung der beiden nicht vorstellen kann und will. Sobald die Autorin Szenen beschreibt, in denen Tris an der Liebe und Aufrichtigkeit ihres Partners zweifelt, kommen unwillkürlich Gedanken wie "Tris und Tobias lieben sich, Basta!" auf und so ist es auch. Mit dem ewigen Hin- und Her ist es Veronica Roth zumindest geglückt, dem Buch einen weiteren Spannungsfaktor zu verleihen, denn wer will schließlich nicht wissen, ob die beiden es am Schluss doch nicht mehr miteinander aushalten?

Auch Tobias Vater spielt in dem zweiten Teil der Reihe eine größere Rolle und schließlich sogar seine Mutter und die Exfrau seines Vaters: Evelyn Eaton. Als eine Art Anführerin der Fraktionslosen sorgt sie dafür, dass Tobias recht schnell auf ihre Seite wechselt, was mit der erschütternden Vorgeschichte mit seinem Vater ja auch nicht besonders schwer ist. Tris misstraut ihr relativ bald, aber auch für Marcus kann und will sie keinerlei Symphatie empfinden. Dennoch spielen sowohl der eine als auch die andere eine recht bedeutsame Rolle im weiteren Handlungsverlauf.

Auch das Aufeinandertreffen Christina´s und Tris´ wird sehr interessant beschrieben. Hier kann ich leider nicht viel sagen, ohne entscheidene Details aus dem ersten Band zu spoilern, aber drücken wir es mal so aus: Es kommt alles ein bisschen anders, als erwartet.

Auch was den Gesamtcharakter und den Plot des Buches betrifft, kann man behaupten, dass man als Leser mit vielen Handlungszweigen und Twists nicht gerechnet hätte, diese der Geschichte aber umso mehr Spannung verleihen.

Tris Prior wird in diesem Fortsetzungsband wieder einmal sehr vielseitig dargestellt. Man sollte meinen, dass diese Art, einen Protagonisten in die Szene zu setzen, irgendwann ziemlich auf die Nerven geht, aber irgendwie schafft Veronia Roth es, haarscharf daran vorbeizuschreiben. Zum einen kommt in Tris immer wieder das waidwunde Tier zum Vorschein, das noch mit den tiefschürfenden Schäden, Traumata und Verlusten aus dem ersten Band zu kämpfen hat. Sie schafft es kaum, eine Feuerwaffe in die Hand zu nehmen, ohne von der Schuld und der Trauer erdrückt zu werden, die sie nicht mehr loslassen wollen. Andererseits ist sie aber auch immer wieder die mutige, dickköpfige Tris, die bereitwillig ihr Leben aufs Spiel setzt, um andere zu retten. In anderen Büchern wäre mir diese Eigenschaft viel zu selbstlos und übertrieben, aber hier wird es doch irgendwie so überzeugend rübergebracht, dass mir Tris noch immer sehr symphatisch ist. Immer wieder habe ich gemerkt, dass ich sie tatsächlich liebgewonnen habe, was auch für einige andere Charaktere zutrifft.

Auch allgemein muss ich sagen, dass mir die Welt von "Die Bestimmung" innerhalb dieser zwei Bände, die ich bisher gelesen habe, und natürlich des Films (Dazu kann ich nur eines sagen: Theo. James.) sehr ans Herz gewachsen ist. Einen Platz in meinem Lieblingsregal haben sie sich auf jeden Fall verdient. :)
  
Fazit:
Auch vom zweiten Band dieser spannenden Trilogie bin ich sehr überzeugt und mitgerissen. Gerade das Ende hat den unauslöschlichen Durst nach mehr erweckt und ich kann es kaum erwarten, bis ich endlich den dritten Teil in den Händen halte ^_^
(Irgendwelche freiwilligen Sponsoren? :D) 
Fourtris GO! (Ja, ich weiß, wie der dritte Band endet. Bitte verurteilt mich nicht für meine Begeisterung dieses Pairings :'o :D)

Alles Liebe, JojooFairy


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